IWF, Fitch und S&P zeichnen ein Bild von stetigem Wachstum, fiskalischer Widerstandsfähigkeit und geopolitischer Zusammenarbeit im Südkaukasus

IWF, Fitch Solutions und S&P Global betonen, dass Aserbaidschans Wirtschaft voraussichtlich moderat wachsen wird, wobei Rückgänge im Kohlenwasserstoffsektor durch die Expansion außerhalb des Ölsektors ausgeglichen werden. Die fiskalische und finanzielle Stabilität bleibt gewahrt, die Zusammenarbeit zwischen den USA, Aserbaidschan und Armenien wird ausgebaut, und der Ausblick für Armenien verbessert sich vor dem Hintergrund regionaler Normalisierungsbemühungen.

Internationaler Währungsfonds Im Anschluss an ihren Besuch in Baku vom 4. bis 17. Februar 2026 erklärte Anna Bordon, Leiterin der Mission des Internationalen Währungsfonds in Aserbaidschan, dass die Wirtschaft des Landes im Jahr 2026 voraussichtlich um 2,1 % wachsen wird. Dies spiegele die anhaltende Schwäche bei der Öl- und Gasförderung sowie eine etwas stärkere Expansion im Nicht-Öl-Sektor wider. Sie merkte an, dass sich das Wirtschaftswachstum mittelfristig bei etwa 2,5 % stabilisieren dürfte, mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum auf diesem Niveau zwischen 2027 und 2031. Den Prognosen zufolge wird das BIP im Kohlenwasserstoffsektor im Jahr 2026 um 2 % sinken und bis 2032 jährlich um etwa 0,5 % weiter abnehmen, während für den Nicht-Öl-Sektor ein Wachstum von 3,7 % im Jahr 2026, 3,6 % im Jahr 2027 und danach etwa 3,5 % pro Jahr prognostiziert wird. In Bezug auf die jüngsten Trends erklärte Bordon: „Im Jahr 2025 schwächte sich das Wachstum ab, während sich die Inflation beschleunigte. Die Kohlenwasserstoffproduktion sank erheblich, und die Dynamik im Nicht-Öl-Sektor verlangsamte sich aufgrund der indirekten Auswirkungen niedrigerer Ölpreise und eines schwächeren regionalen Wachstums. Der Ausblick für 2026 ist jedoch günstiger, da die Aktivitäten außerhalb des Ölsektors an Fahrt gewinnen.“

Bordon betonte, dass die wirtschaftliche Diversifizierung oberste Priorität bleibe, was einen weiteren Ausbau des Privatsektors, die Beseitigung von Wettbewerbsbarrieren und eine Vertiefung der Kapitalmärkte erfordere. Sie fügte hinzu, dass die strategischen Devisenreserven Aserbaidschans im Jahr 2026 voraussichtlich 85,15 Milliarden US-Dollar erreichen werden. Die IWF-Missionsleiterin stellte zudem fest, dass die Staatsverschuldung tragfähig bleibe und für 2026 auf 20,7 % des BIP prognostiziert werde.

Fitch Solutions Fitch Solutions geht davon aus, dass die Zentralbank von Aserbaidschan eine vorsichtige Geldpolitik beibehalten und ihren Leitzins bis Ende 2026 schrittweise auf 6,0 % senken wird. Die durchschnittliche jährliche Inflation soll sich 2026 auf 5,0 % abschwächen, da sich die weltweiten Lebensmittelpreise stabilisieren und sich die inländischen Versorgungsbedingungen verbessern. Analysten merkten zudem an, dass die Zusammenarbeit zwischen Aserbaidschan, Armenien und den Vereinigten Staaten im Laufe des Jahres 2026 weiter expandieren wird, wodurch Washington als tragfähiger alternativer Partner zu Russland positioniert wird.

Das im Januar 2026 formalisierte Trans-Regional Infrastructure and Power Project (TRIPP) wird zu 74 % im Besitz der USA sein. Darüber hinaus verbessert sich die fiskalische Nachhaltigkeit Aserbaidschans, wobei erwartet wird, dass die Einnahmen außerhalb des Ölsektors im Jahr 2026 über 57 % der Staatseinnahmen ausmachen werden.

S&P Global Ratings S&P Global Ratings hat den Ausblick für Armenien von stabil auf positiv angehoben und die langfristigen und kurzfristigen Länderratings für Fremd- und Lokalwährungen mit „BB-/B“ bestätigt. Die Heraufstufung des Ausblicks spiegelt die Erwartung eines verbesserten geopolitischen und sicherheitspolitischen Umfelds aufgrund erheblicher Fortschritte bei der Normalisierung der Beziehungen zwischen Armenien und Aserbaidschan wider. Die Agentur prognostiziert für Armenien ein reales BIP-Wachstum von 5,3 % in diesem Jahr und 4,8 % im Jahr 2027.

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