Russland schließt Gespräche über Eisenbahnkonzession mit Armenien oder Kasachstan aus

| Nachricht, Politik, Armenien

Am 1. April erklärte Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, bei einer Pressekonferenz, dass Moskau weder mit Astana noch mit Eriwan Verhandlungen über die Übertragung der Konzession für den Betrieb der armenischen Eisenbahnen an Kasachstan führe. Unter Bezugnahme auf Äußerungen des russischen Verkehrsministers Andrej Nikitin vom 30. März betonte sie, wie wichtig es sei, die Einschätzungen auf Expertenebene zu berücksichtigen. „Es ist sehr wichtig, zu berücksichtigen, was auf Expertenebene – ich meine, auf der Ebene der zuständigen Behörde – festgestellt wurde … diese Expertenaussage“, erklärte Sacharowa.

Sie erinnerte zudem daran, dass der 2008 unterzeichnete Konzessionsvertrag für die Südkaukasusbahn eine Laufzeit von 30 Jahren mit der Möglichkeit einer Verlängerung um 10 Jahre hat. Ihr zufolge hat die Südkaukasusbahn CJSC ihre Verpflichtungen stets erfüllt, während die russischen Investitionen in die armenische Eisenbahninfrastruktur 30 Milliarden Rubel überstiegen haben. Zu möglichen Verhandlungen auf hoher Ebene fügte Zakharova hinzu, dass solche Angelegenheiten traditionell von der Präsidialverwaltung behandelt werden.

Zu einem anderen Thema erklärte Maria Zakharova, dass Russland bereit sei, mit Armenien bei der Bekämpfung „hybrider Bedrohungen“ zusammenzuarbeiten, sofern seitens Armeniens ein gegenseitiges Interesse bestehe. Sie äußerte sich damit auf Kommentare von Ararat Mirzoyan, dem armenischen Außenminister, der nicht ausschloss, von Russlands Erfahrungen in diesem Bereich zu profitieren.

Zakharova betonte, dass Russland über erhebliche Kapazitäten in diesem Bereich verfüge, eine effektive Zusammenarbeit jedoch die Bereitschaft beider Seiten erfordere. Sie merkte an, dass Moskau bereit sei, auf jede derartige Anfrage zu reagieren, unter anderem in Bereichen wie Informationssicherheit, Bekämpfung von Cyberbetrug und Engagement auf internationalen Plattformen. Die Sprecherin fügte hinzu, dass Russland bereit sei, nicht nur Expertengutachten zu erstellen, sondern auch praktische Kooperationsmechanismen zu entwickeln, unterstützt durch Fachabteilungen innerhalb des Außenministeriums und anderer zuständiger Behörden.

Siehe auch

"Caucasus Watch" sucht lokale Experten aus Georgien, Armenien, Aserbaidschan und der Nordkaukasus-Region. Wir bieten eine flexible Form der Zusammenarbeit, eine angemessene Vergütung und Zugang zu einer europaweiten Leserschaft. Senden Sie Ihren Lebenslauf, ein Bewerbungsschreiben und eine Arbeitsprobe an redaktion@caucasuswatch.de. Für Fragen: i.dostalik@caucasuswatch.de.

Wir verwenden Cookies, um unser Angebot für Sie zu verbessern. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.